Ganz besondere Leute

A
Die Welt ist heute groß
sie ist ein Echo deiner Schmerzen
was lange Schatten wirft
ist riesig oder spät.

Ich sehe einen Freund
aus Knochen und Hormonen -
wieder nichts geschehen
es war wohl Eitelkeit nicht Liebe.

Liebe oder Krieg:
bin nicht bereit für noch mehr Schmerzen
für welches andere System
wird sich das Sterben wieder lohnen?

So leiden wir am Mund
nur eine Schwäche unsrer Herzen
was wir am Ende suchen
ist nicht leidend und nicht schön.

B
Ich würge es heraus,
will ein Verbrechen mit Dir teilen:
ein Ende auch von Liebe
von Schönheit und Bedeutung.

A
Ich habe eingesehen:
sollt’ es möglich sein
sollt’ es sowas geben
ich würde nicht noch einmal leben.

Nicht dasselbe Leben
aus demselben Herzen
wär ich auch Teil von ihnen
den ganz besondern Leuten.

Zwei Berge und ein Tal
zwei Täler und ein Wasser
zwei Wasser eine Scheide
dazwischen ein Gesicht.

Schönheit die entsteht
zu ganz besondern Zeiten
... an andern Ufern
... an Firmamenten.

B
Am Ende stirbt nach Liebe
auch Schönheit und Bedeutung
was du vielleicht mit Kraft machst
mach ich mit Ignoranz.

C
Worum es letztlich geht:
um ganz profane Dinge
wir finden sie nicht draußen
und auch nicht in uns drinnen.

Auch nicht in den Bergen
nicht in den Gewässern
nicht in grünen Wäldern
nicht in Augenblicken.

Nicht im Sternenhimmel
nicht im Lachen kleiner Kinder
nicht in wahre Liebe
nicht in reinem Glauben.

Nicht im Hier und Jetzt
nicht vor unsern Augen
nicht in weiter Ferne
nicht in tiefer Stille.

D
Sie sind nicht im Abgrund
den Ruinen unserer Kriege
der Chemie in unsern Flüssen
den Gesängen von Faschisten.

Nicht im Neon unsrer Städte
in der Kleinkunst deutscher Häuser
in den Augen von den Schweinen
deren Schreien längst verstummt ist.

 


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